
Sehen
«Fast alles was wir wissen, kommt durch die Augen in den Kopf!» Sehen lernen beginnt schon im Mutterleib und setzt sich das ganze Leben fort.
Erleben Sie auf den folgenden Seiten, was Sehen alles beinhaltet und wie komplex die Vorgänge sind, die zu einem klaren Erkennen führen.
Gesundes Sehen
Sehen und Ernährung ...oder «Du bist, was du isst.»
Inzwischen ist es wissenschaftlich erwiesen, dass ein optimal ernährter Körper langsamer altert. Allerdings funktioniert das nicht in gleicher Weise wie das Auffüllen des Autotanks mit Treibstoff. Die Ernährung muss in der Summe stimmen, die isolierte Zufuhr einen Stoffes kann meist nur wenig ausrichten.
Für unsere Gesundheit ist unter anderem pflanzliche Ernährung von großer Bedeutung. Obst, Gemüse und Beeren liefern uns wichtige Nährstoffe, die die Entwicklung von Krankheiten vorbeugen können. Ohne dass man es merkt, leiden die Blutgefäße unter der Last der schädigenden Risikofaktoren, die dem Menschen zugemutet werden. Aber nicht nur die Gefäße im großen Kreislauf sind betroffen, sondern auch die Gefäße der Augen, insbesondere die ganz feinen Gefäße der Netzhaut können in Mitleidenschaft gezogen werden.
Soweit muss es nicht kommen. Jeder Mensch kann sich um eine gesunde Lebensweise bemühen, also für ausreichend Bewegung und Schlaf sorgen, Genussgifte meiden sowie auf eine gesunde Ernährung achten. Als wesentliche Basis dabei gilt die ausreichende Versorgung mit Obst, Gemüse und Beeren.
Um optimal funktionieren zu können, sind die Körperzellen auf pflanzliche Mikronährstoffe angewiesen. Doch leider verzehren die meisten Schweizer bestenfalls zwei oder drei Portionen Obst und Gemüse am Tag. Dies kann dazu führen, dass trotz vermeintlich gesunder Ernährung zu wenige Mikronährstoffe dem Organismus zur Verfügung stehen. Für eine optimale präventive Gesundheitsvorsorge bedeutet dies: Wir sollten täglich 5 – 10 verschiedene Obst-, Gemüse- und Beerensorten, reif geerntet, unbehandelt und möglichst ohne “Überlagerung“ vorwiegend roh verzehren.
Spezielle Nahrungsergänzungen auf rein pflanzlicher Basis ohne synthetische Zusatzstoffe bieten eine ähnlich gute Versorgung des Körpers mit Mikronährstoffen. Zudem haben Studien gezeigt, dass präventiv mit der täglichen Zufuhr von bestimmten Vitalstoffen die Augengesundheit, länger erhalten werden kann. Selbst grauer Star kann dadurch verzögert oder sogar vermieden werden.
Eine tägliche Zufuhr von 6 Milligramm Lutein-Zeaxanthantin senkt das Risiko an Makuladegeneration zu erkranken um 57 Prozent. Um diese Tagesdosis allerdings zu erreichen, müsste man zum Beispiel 1,5 Kilogramm grüne Bohnen und zwei bis drei Kilogramm Pfirsiche essen. Eine hochwertige Nahrungsergänzung auf rein biologischer Basis bietet hier interessante Alternativen. Indem man ergänzt, was fehlt, können Verschleißerscheinungen in gewissem Umfang gebessert werden. Schließlich geht es primär darum, die Lebensjahre in Wohlbefinden und guter Verfassung zu verbringen und nicht von allen möglichen Beschwerden geplagt zu werden. Hier ist es vollkommen in Ordnung, sich die Erkenntnisse der modernen Medizin und Altersforschung zunutze zu machen und dem Körper „auf die Sprünge“ zu helfen – allerdings gezielt und mit kompetenter Hilfe! Wir beraten Sie gern zu diesem Thema! Vereinbaren Sie am besten einen Termin.
Omega-3-Fettsäuren- Gutes für Ihre Augen
Wissenschaftler haben festgestellt, dass ein Zusammenhang zwischen trockenen Augen und der Versorgung des Körpers mit essentiellen Fettsäuren besteht. Im Auge erfüllen die Omega-3-Fettsäuren eine wichtige Funktion. Sie fördern die Tränenproduktion und wirken Entzündungen vor. Auch das Risiko einer altersbedingten Makuladegeneration und das Fortschreiten einer AMD kann mit ausreichender Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren gesenkt werden. Je nach Befund ist maritimes Omega-3 aus Fischöl oder Algenöl sinnvoller. So leisten die Omeag-3-Fettsäuren im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung einen bedeutenden Beitrag für Ihre Augengesundheit.
Da das Auge im Verhältnis zur Grösse das Stoffwechselreichste Organ im menschlichen Körper ist, sind Mikronährstoffe essentiell für die Augengesundheit. Lassen Sie Sich von unseren Spezialisten beraten.
Fehlsichtigkeiten
Sehfehler können sowohl die Sehschärfe des Einzelauges wie auch die Zusammenarbeit beider Augen betreffen. Vielfach wird bei einer Augenkontrolle nur die bestmögliche Sehschärfe ermittelt. Defizite in der Zusammenarbeit beider Augen können Ihre Lebens- und Leistungsqualität massiv beeinträchtigen.
Lesen Sie dazu mehr unter den Kapiteln: Fehlsichtigkeiten, Funktionaloptometrie oder Winkelfehlsichtigkeit.
Beidäugiges Sehen
Damit Sehen möglichst effektiv und ohne Anstrengung erfolgen kann, müssen zwei Voraussetzungen gegeben sein.
1. Die Sehschärfe Jedes der beiden Augen muss von Nah bis Fern deutlich sehen. Sehfehler wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit oder Hornhautverkrümmung können zu einer Verringerung der Sehschärfe führen. Solche Sehfehler können auf beiden Augen oder nur auf einem Auge vorhanden sein. Meist sind sie rechts und links unterschiedlich.
2. Die Zusammenarbeit der beiden Augen Damit Sehen optimal funktioniert, müssen die beiden Augen gut zusammenarbeiten. Beide Augen müssen genau auf das anzublickende Objekt ausgerichtet sein. Zudem sollte die Schärfe und Grösse der beiden Einzelbilder etwa gleich sein. Wenn alle diese Voraussetzungen gegeben sind, kann aus den zwei Einzelbildern ein drittes, räumliches Bild entstehen. Wenn zwei Augen nicht genau ausgerichtet sind, entstehen zwei verschiedene Bilder, sogenannte Doppelbilder.
Voraussetzung für die Zusammenarbeit beider Augen Jedes Auge hat sechs Augenmuskeln, welche für die Beweglichkeit und die Richtungseinstellung verantwortlich sind. Optimal ist, wenn diese Muskeln, in entspanntem Zustand ohne jegliche Einstellarbeit, die Augen so ausrichten, dass beide Augen in der Ferne auf den exakt gleichen Punkt eingestellt sind. Leider ist in der Natur so, dass genau symmetrisches Wachstum nur sehr selten vorkommt. Die meisten Menschen haben ein Muskelungleichgewicht bei den Augen. Die beiden Augen sind in der angenehmsten, entspanntesten Stellung nicht genau auf dasselbe Ziel ausgerichtet. Man spricht von einer Winkelfehlsichtigkeit (associated phoria) oder in schlimmeren Fällen von Schielen. Etwa 80% aller Menschen haben eine Winkelfehlsichtigkeit.
Einige Menschen haben die Augen so schlecht ausgerichtet, dass man von aussen sieht, dass sie schielen. Mit Schielen (Strabismus) bezeichnet man eine Augenstellungsabweichung die der betroffene Mensch nicht selbst korrigieren kann.
Sehen und Erkennen
Sehen und Erkennen ist ein sehr komplexer Vorgang. Licht, das auf die Augen trifft, wird durch Hornhaut und Augenlinse gebrochen und auf die Netzhaut gelenkt. Die Netzhaut wandelt das Licht in Nervenströme um, welche via Sehnerven ins Gehirn weitergeleitet werden.
Diese Nervenimpulse werden in verschiedensten Teilen des Gehirns klassifiziert, identifiziert, beurteilt und weiter verarbeitet. Dabei werden Seheindrücke auf Erfahrungswerte geprüft und mit anderen Sinneseindrücken (Geschmack, Geruch, Töne und Empfindungen) verglichen. Neue Eindrücke werden sorgfältig archiviert und über den Verstand zu neuem Wissen aufgearbeitet. Damit die Augen diese Bilder richtig aufnehmen können, müssen die Augen erst einmal genau ausgerichtet werden. Gleichzeitig muss auf die genaue Entfernung scharf eingestellt werden. Diese beiden Handlungen müssen gleichzeitig und so mühelos wie möglich erfolgen, um schnelle und fortgesetzte Anpassungen zu ermöglichen. Dieses Zusammenspiel ist komplex und empfindlich.
Zwei unterschiedliche Muskelgruppen, die wiederum von zwei verschiedenen Regionen des zentralen Nervensystems kontrolliert werden, sind an diesen Einstellungen beteiligt. Auf der Abbildung können wir sehen, dass zwischen den beiden Augen keine direkte Verbindung besteht. Die Zusammenarbeit und Steuerung erfolgt nur über das Gehirn. Auf der einen Bahn kommen Seheindrücke über die Augen ins Gehirn. Sie werden dort verarbeitet damit auf der anderen Bahn die neuen Steuerimpulse wieder an die Augen zurückgesandt werden können.
Für optimales Sehen sind also verschiedene Elemente sehr wichtig:
Die Aufnahme über die Augen
Die Weiterleitung über die Sehnerven
Die Verarbeitung im Gehirn
Die genaue und ruhige Ausrichtung beider Augen auf das zu sehende Objekt
Die genaue und andauernde Scharfeinstellung auf das zu sehende Objekt
Eine gute Organisation und Struktur in der Archivierung der Seheindrücke
Ein schneller und sicherer Zugriff auf die gespeicherten Seheindrücke
Sehen im Strassenverkehr
Das Sehen im Straßenverkehr bei Dämmerung und bei Nacht
Das Fahren bei Nacht stellt an das Sehen des Autofahrers große Anforderungen. Es muß sowohl an die geringe Helligkeit als auch an die vorkommende Blendung angepaßt seien. Sehr viele Menschen verfügen über eine Tagessehschärfe von 100%. Die meisten Situationen des täglichen Lebens erfordern jedoch nur geringe Sehschärfen. Die Verhältnisse ändern sich jedoch in der Dämmerung einschneidend. Das Sehen spielt sich nun am Rand der Leistungsfähigkeit des visuellen Systems ab. Probleme die am Tage nicht auftreten, werden nun offensichtlich.
Unterschiede zum Tagessehen
Das Sehen in der Dämmerung zeigt im Vergleich zum Sehen am Tage deutliche Unterschiede. Bemerkenswert ist das keine Korrelation der Tagessehschärfe und der Nachtsehschärfe besteht. Eine Person mit hoher Tagessehschärfe kann durchaus eine geringe Dämmerungssehschärfe haben und umgekehrt. Aufgrund der in der Dämmerung größeren Pupillenweite können Veränderungen des Sehfehlers und größere Unschärfen auftreten. Die Schwierigkeiten des Dämmerungssehens liegen an den durch niedrige Leuchtdichten vorherrschenden, geringen Kontrasten sowie an fehlenden Farbunterschieden.
Dämmerungssehschärfe
In der Dämmerung wird eine deutlich geringere Sehschärfe als am Tag erreicht. Dabei führt schon ein geringer Anstieg der Beleuchtung zu einen deutlichen Verbesserung der Sehschärfe. Die Dämmerungssehschärfe ist individuell sehr unterschiedlich.
Blendempfindlichkeit
Aufgrund der geringen Umfeldhelligkeit führt ein Scheinwerferlicht Nachts im Straßenverkehr zu einer Blendwirkung. Diese Blendempfindlichkeit ist individuell unterschiedlich und nimmt mit zunehmendem Lebensalter zu. Ab dem 6. Lebensjahrzehnt nimmt die Blendempfindlichkeit massiv zu. Eine Rolle spielt ebenso die Zeit bis sich die Augen nach einer Blendung erneut auf weniger Licht einstellen. Diese Readaptionszeit liegt bei jungen Menschen bei 3 bis 4 Sekunden und kann sich im Alter um das 2 bis 3-fache erhöhen.
Nachtmyopie
Bei sehr geringer Beleuchtung tritt bei vielen Menschen eine Nachtkurzsichtigkeit auf. Sie ist ebenfalls individuell unterschiedlich. Dies bedeutet das ein am Tage normalsichtiger Mensch nachts kurzsichtig seien kann.
Prüfung des Nachtsehens
Voraussetzung für eine Prüfung des Nachtsehens ist eine komplette optometrische Prüfung des Tagessehens. Dabei kommt der Messung des Kontrastsehens besondere Bedeutung zu. Daran schließt sich eine Messung des Nachtkurzsichtigkeit an. Mit speziellen Prüfverfahren kann dann sowohl die Dämmerungssehleistung als auch die Blendemfindlichkeit geprüft werden.
Welche Brille Nachts im Straßenverkehr
Selbstverständlich sollte eine Universalbrille welche auch nachts im Straßenverkehr benützt wird die aktuellsten Sehschärfenwerte aufweisen. Daher sollte der Autofahrer einmal jährlich sein Sehen beim Augenoptiker/Optometristen prüfen lassen. Möglichst gut entspiegelte Gläser sollten selbstverständlich sein. Autofahrer welche häufig in der Dämmerung fahren oder Nachts Sehprobleme haben sollten sich eine spezielle Nachtfahrbrille anmessen lassen. Dazu wird speziell das Dämmerungssehen und die Nachtkurzsichtigkeit vorher gemessen und in der Brille berücksichtigt. Besonders gute Erfahrungen werden in letzter Zeit mit einem speziellen Nachtfahrglas welches die Blendwirkung reduziert und den Kontrast erhöht gemacht.
Andere Einflüsse
Verschmutzte oder verkratzte Brillengläser oder Autoscheiben führen zu Lichtstreuungen und damit zu erhöhter Blendung. Neben einer nicht oder ungenügend korrigierten Kurzsichtigkeit oder anderen schlecht korrigierten Sehfehlern kann eine Winkelfehlsichtigkeit zu einer erhöhten Blendempfindlichkeit führen. Eine mangelhafte Zusammenarbeit beider Augen kann sich darüberhinaus in Orientierungsproblemen bei schlechten Lichtverhältnissen und in verlangsamter Anpassung an Helligkeitsunterschiede äussern. Auch bestimmt Augenerkrankungen können die Dämmerungssehleistung und die Blendemfindlichkeit erhöhen.